Berlin, Berlin – wir fahren nach Berlin (Teil 1)

Am Pfingstsonntag war es soweit: die Koffer und die Vorräte waren gepackt, der Tank voll und die Liste mit Want-to-See-Spots bei Google Maps lang. Vor uns lagen 10 lange Tage in Berlin.

Was gibt es daheim eigentlich immer zu tun, bevor es losgehen kann? Naja, irgendwann sind dann alle Mülleimer geleert, das Kind bzw. Nachbarn bzgl. Pflanzen, Post und Katze instruiert und was man jetzt nicht eingepackt hat, muss man eben zur Not kaufen. Wir sprechen schließlich von Berlin, hier schläft die Stadt nie, die Läden haben quasi 24/7 geöffnet.

Die Anreise war kurzweilig, entweder waren wir nach/vor den ganzen Pfingstferien-Reisenden dran oder einfach in die richtige Richtung unterwegs. Unsere Unterkunft: einfach genial, super zentral gelegen nahe des Potsdamer Platzes. Habe ich schon erwähnt, dass wir die E-Bikes dabei hatten? Noch nicht, nein. Wichtige Info, da uns diese Bikes wohl den besten Berlin-Aufenthalt ever beschert haben. Unabhängiger kann man wohl nicht durch Berlin kommen. Klar, zu Fuß geht auch, aber mal einfach an den Wannsee spazieren? Eher nicht. Hier hätte es sicher eine Mischung aus Öffis, Auto (das aber sicher und quasi unbewegt auf dem Parkplatz stand) und spazieren gehen gegeben- durch die Räder aber 1000 mal schöner. Der Radius ist einfach unglaublich groß dadurch, die Möglichkeiten vielfältig und die Sehenswürdigkeiten zum Greifen nah. Empfehlung von Herzen also: wenn du die Möglichkeit hast, dein Rad mitzunehmen (oder dir alternativ ein gutes vor Ort ausleihen kannst): Do it!

Wir waren schon einige Male in Berlin, so viel wie dieses Mal haben wir aber definitiv noch nie gesehen! Im Vorfeld haben wir eine Berlin-Liste bei Google-Maps angelegt mit Orten, die wir besuchen wollten. Diese ist unglaublich lange, einiges haben wir „geschafft“, wobei nie der Anspruch bestand, alles abzuarbeiten. Eher ein: mal sehen, wo wir sind und was in der Nähe liegt. Wir haben großzügig Tipps gesammelt, die wir irgendwo erhalten und aufgegabelt haben. Nach dem Motto: Hier müsst Ihr mal hin, das müsst Ihr sehen, das ist toll. Und ja, toll war es! So einiges steht noch auf der Liste, die wir auch beständig erweitert haben. Beim Vorbeiradeln ist uns noch so viel aufgefallen, was wir auch irgendwann (vielleicht dann im Sommer) noch (einmal) anschauen möchten. Berlin hat uns definitiv in seinen Bann gezogen! Ich glaube, mit Berlin ist es so ähnlich wie mit Spargel/Rote Beete/Rhabarber: Man liebt oder hasst es. Gefühlt gibt es nichts dazwischen.

Da ich so beeindruckt von dieser Reise war, möchte ich den Bericht darüber etwas ungewöhnlich gliedern. Nämlich in verschiedene Elemente der Reise, so u.a. in:

  • Treppenhäuser
  • Cafés
  • Ausstellungen
  • Märkte
  • Graffitis
  • Sonstiges

Da es doch sehr viel ist, was ich zeigen und wovon ich berichten möchte, muss ich den Blogartikel auf 2 Teile aufteilen, sonst wird es zu lange.

Im Teil 1 heute erwarten dich folgende Punkte:

  • Treppenhäuser
  • Cafés
  • Ausstellungen

In Teil 2 gibt es dann:

  • Märkte
  • Graffitis
  • Sonstiges

Und nun? Bereit für Berlin-Spam?

Treppenhäuser

Als ich die Fotos nach der Heimfahrt gesichtet habe, ist mir einiges aufgefallen. Zum Beispiel, dass ich scheinbar sehr auf Treppenhäuser stehe. Zumindest habe ich extrem viele Fotos davon gemacht. Schwer begeistert hat mich das Gebäude, ach was sag ich: das ganze „Konzept“ Fotografiska.

Das Café im Erdgeschoss lädt zum Verweilen ein, wir hatten unglaublich leckeren Kaffee und Karottenkuchen auf schönem Geschirr, direkt an der Straße (klingt schlimmer, als ich es meine) bei guter Musik, Sonnenschein, dazu nette Menschen, cooles Interiordesign. Dann auf mehreren Etagen wunderschöne, berührende Fotos, die extravagant in Szene gesetzt wurden. Und am Dach? Eine unglaublich hippe Dachterrasse mit (wirklich unglaublich überteuerten) Cocktails. Aber für diese Aussicht gehörte es irgendwie dazu.

Das Dokuzentrum für Flucht, Vertreibung und Versöhnung hat – neben einer unglaublich bewegenden und sehr gut aufbereiteten Geschichte – ebenfalls ein sehr imposantes Treppenhaus. Das Dokuzentrum ist kostenlos zu besichtigen, auf jeden Fall sollte man einen Audioguide nehmen. Nach ca. 3 Stunden musste ich dann abbrechen, weil ich einfach nichts mehr aufnehmen konnte. Irgendwann ist man voll an Input, oder geht es nur mir so? Viele persönliche Schicksale werden hier ausgestellt, dadurch wird das Ganze noch nahbarer, emotionaler, begreifbarer. Vermutlich müsste man die Ausstellung über mehrere Tage in verschiedenen Etappen besichtigen, um wirklich alles zu erfassen. Aber das Treppenhaus schafft man definitiv an einem Tag 🙂

Cafés

Wir waren zwar in einigen, definitiv aber in viel zu wenigen Cafés! An jeder Straßenecke gibt es gefühlt mindestens eins, in bestimmten Vierteln (Friedrichshain, Kreuzberg, Schöneberg…) auch mal mehr als 20 pro Straße. Falls du, wie ich, ein Café-Liebhaber bist, schau auf jeden Fall mal hier vorbei:

  • Simon-Dach-Straße
  • Boxi aka Boxhagener Platz
  • Kastanienallee
  • Fotografiska (habe ich, glaube ich, schon erwähnt, oder?
  • Café im KulturKaufhaus Dussmann
  • Oderberger Straße
  • uvm.

Dazu haben wir natürlich unendlich viele Cafés gesehen, an denen wir vorbeigeradelt sind. Vielleicht ein Nachteil des Radelns: Gefühlt hatte ich am Abend echte Nackenschmerzen vom vielen links-und-rechts-Schauen, vor lauter Gucken. Schau mal hier, oh wie schön hier, wow, das müssen wir uns merken… So viel Kaffee kann man gar nicht trinken, so viel Kuchen kann nicht einmal ich essen. Das wäre mein Traum: Für einen Caféführer in Berlin recherchieren. Vermutlich könnte man 365 Tage täglich ein anderes Café ausprobieren, ohne sich einmal wiederholen zu müssen. Wenn man durch ist, gibt es zwar evtl. das von Tag 1 nicht mehr, dafür aber zig neue Locations.

Ausstellungen

Ausstellungen wollten wir definitiv auch noch viel mehr anschauen, vielleicht müssen wir auch noch einmal im Winter kommen? Da wäre doch die perfekte Zeit dafür, oder?

Von der Fotografiska habe ich ja schon berichtet. Ein beeindruckendes Gebäude, wunderschöne Ausstellungsräume auf 3 verschiedenen Etagen, kunstvoll inszeniert mit farbigen Wänden, Licht, Musik. Ende Mai, als wir hier waren, haben diese Künstler ausgestellt:

  • Anton Corbijn
  • Bruce Gilden
  • Anna Ehrenstein
  • Edward Trevor

Neben den Fotos hatte das Gebäude noch allerlei mehr zu bieten (Treppenhaus und Café kennst du ja schon). Neben Graffitis gab es stylishe Toiletten, einen Museumsshop, eine unglaubliche Rooftop-Bar mit Blick über halb Berlin, einen bezaubernden Innenhof und so viel mehr. Ich hätte einen ganzen Tag dort bleiben können, aus dem Staunen nicht mehr rauskommend…

Neben der Fotografiska waren wir außerdem noch im Museum für Kommunikation, um uns neben den Dauerausstellungen auch die Ausstellung „Apropos Sex“ anzuschauen. Auch dieses Gebäude ist äußerst beeindruckend, die Ausstellungen waren ebenfalls sehr gut, Kaffee und Kuchen hinterher ebenfalls sehr lecker.

Das waren nun einige Einblicke in unsere Reise nach Berlin. Mehr davon im nächsten Teil. Nun bin ich natürlich gespannt, ob du im Team „love it“ oder im anderen Team bist? Berlinfan oder nicht? Ich oute mich hiermit! Leben würde ich in Berlin gerne mal für ein paar Wochen, dann hätte ich vielleicht alles gesehen und es wäre mir auf Dauer zu laut, zu voll, zu groß… Vielleicht aber auch nicht. Hier zu schreiben, die Cafés zu testen, mich durch die Kuchenauswahl der Stadt zu schlemmen – das wäre ein Traum. Nebenbei Blogartikel und Bücher entstehen zu lassen, umgeben vom urbanen Flair der Stadt, in der jede und jeder alles sein darf, was sie und er möchte… Könnte ich mir sehr gut vorstellen! V.a. seit ich das Buch von Meike Winnemuth vor ein paar Jahren gelesen habe: Das große Los – Wie ich bei Günther Jauch eine halbe Million gewann und einfach losfuhr*

In dem Buch beschreibt sie, wie sie mit ihrem Gewinn ein Jahr lang durch 12 verschiedene Städte reiste und dort für je 4 Wochen lebte. Nicht im Hotel, sondern in Wohnungen, die sie sich gesucht hat bzw. die Meike gefunden haben. In denen sie normalen Alltag hatte, einkaufen musste, Menschen kennengelernt hat, nebenbei geschrieben hat. V.a. ihre Erkenntnis, dass es dafür gar keine halbe Million gebraucht hätte, hat mich sehr inspiriert. Und zwar so sehr, dass es seitdem in meinem Hinterkopf herumspukt und mich nicht mehr loslässt. 4 Wochen Berlin wären definitiv ein Traum – irgendwann erfülle ich mir den! Und dann? Kann sich der Blog nicht vor Berlin-Spam retten. Oder wie es eine Freundin vor kurzem sagte, nachdem sie begeistert meinen WhatsApp-Status verfolgte: Dann gibt es einen Berlin-Reiseführer mit den Best Of – Tipps. Stay tuned 🙂

Deine Petra

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Kommentare

2 Kommentare zu „Berlin, Berlin – wir fahren nach Berlin (Teil 1)“

  1. Avatar von delightfullysuitf85ba8353e
    delightfullysuitf85ba8353e

    Hallo Petra,
    ich bin „ganz frisch“ hier, dein Kommentar beim Wochenglück von „Fräulein Ordung“ hat mich zu dir geführt 🙂… Und nach ein bisserl Lesen hier bei dir (da ist so Vieles was mich neugierig macht), habe ich mich direkt für deinen Newsletter angemeldet!

    Zurück zu Berlin: ich gehöre (eigentlich) zu der Kategorie: Berlin ist mir zu laut, zu voll, zu viel und überfordert mich und obwohl unsere Tochter dort wohnt bin ich nicht gerne dort. Doch nun beim Lesen deiner Erlebnisse und vor allem durch die Fotos taucht der Gedanke auf „da möchte ich auch hin, diese Treppen, Ausstellungen, Graffitis auch ansehen“… es erstaunt mich immer wieder, wie sich mein Blick ändern kann, wenn jemand von seinen eigenen Erlebnissen erzählt und ich dann noch visuelle Eindrücke dazu habe. Von daher herzlichen Dank an dich, dass du mich zu einem „Blickwechsel“ inspiriert hast.

    Die besten Grüße zu dir
    von
    Anke

    P.S. Ich freue mich jetzt darauf weitere Inspirationen auf deinem Block zu entdecken…

    1. Liebe Anke,

      herzlichen Dank für deinen lieben Kommentar zu dem 1. Berlin-Artikel (der 2. folgt dann nächste Woche). Wie schön, dass ich dich für diese tolle Stadt begeistern kann! V.a. wenn deine Tochter dort lebt, sie wird sich freuen, wenn sie nun vielleicht öfter Besuch bekommt 😊

      Ob ich dort leben wollen würde, weiß ich auch nicht so genau. Aber für Kurztrips ist Berlin definitiv immer eine Reise wert. Wir fahren gleich im August wieder für ein paar Tage hin, vielleicht sieht man sich ja zufällig!

      Und so schön, dass du hier bist und du bereit für eine Änderung deines Blickwinkels bist. Geht es nicht manchmal genau darum, die Welt aus anderen Perspektiven zu betrachten? Sich durch andere Sichtweisen inspirieren zu lassen? So bin ich schon zu den tollsten Erlebnissen und Menschen gekommen.

      Viele liebe Grüße aus Nürnberg
      Petra

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