Um es einmal im Jugendchargon zu schreiben: Hobbys sind völlig zu Unrecht underrated. Vor kurzem habe ich das Hörbuch von Lars Amend Coming Home – Finde deine Bestimmung und erkenne, was im Leben wirklich zählt* gehört. Es hat mich fast eine Woche lang begleitet, das mag ich an Büchern sehr, wenn sie mich durch die Woche tragen. Immer wieder, wenn ich Zeit habe (v.a. beim Haushalt- und Wäsche machen) höre ich nebenbei einige Kapitel, die Impulse inspirieren mich sehr. Dieses Hörbuch von Lars war auf mehreren Ebenen sehr spannend. Er schreibt im Buch hauptsächlich über den Tod seiner Mama und den Trauerprozess darüber. Sehr berührend, da ich ja selbst den Tod einiger Menschen betrauere, darunter auch meiner Mama. Doch darum soll es heute gar nicht gehen. Aber Lars findet sich in diesem Prozess selbst wieder, was äußerst lesenswert ist. An diesen Learnings kann man quasi live teilhaben, sehr gut und emotional geschrieben.
In einem Kapitel ging es eben genau um das Sich-selbst-Finden, dazu hat er zahlreiche Wege beschrieben (falls du also auch auf dem Weg bist, kann ich dir das Buch wärmstens ans Herz legen!). Er berichtet von einer Frau, die zu ihm kam, weil sie mit ihrer beruflichen Situation mehr als unglücklich war. Sie langweilt sich in ihrem Job als Finanzbeamtin, fühlt sich eingeengt, unterfordert und irgendwie auch genervt, weil sie dem, was sie eigentlich liebt, dadurch nicht nachkommen kann. Ihre große Leidenschaft ist die Fotografie und als Lars sich davon berichten lässt, spürt man förmlich, wie ihre Augen leuchten, wie sie in ausschweifenden Beschreibungen erläutert, was ihr daran so gefällt (alles, sie kann sich hier selbst verwirklichen, kreativ und frei sein uvm.). Ein Coachin, bei der sie vorher war, gab ihr den Rat, ihren langweiligen Job sofort zu kündigen, schließlich hat sie nur dieses eine Leben, muss dafür sorgen, dass sie glücklich ist und das abwerfen, was ihr nicht gut tut. Sie wollte sich von Lars nun noch die Bestätigung einholen, bevor sie ihren sicheren Job als Beamtin kündigen wollte.
Bis vor ein paar Monaten hätte ich die Aussage der Coachin vermutlich noch unterschrieben. Heute sehe ich das Ganze etwas anders („Schuld“ daran ist u.a. meine Coachingausbildung und viele gute Gespräche in diese Richtung. Danke hier an meine Lieben!).
„Früher“ hätte ich auch gesagt: Mach‘ das mit der Fotografie, mach‘ dich selbstständig, lebe deinen Traum, go for it – du hast nur dieses Leben. Versauere nicht in einem Job, der dir scheinbar nichts abverlangt (außer, dass er dich wertvolle Lebenszeit kostet und btw deine Brötchen bezahlt). Was mein Denken verändert hat? Und sich mit dem von Lars deckt?
Wie anmaßend von uns ist es bitte, dass ein Job ALLES abdecken soll? Was muss der alles „leisten“, um uns zu 1000% glücklich zu machen? Und versteh mich nicht falsch, wenn du den hast und alle Lebensbereiche dadurch zu 1000% erfüllst. Dann spar‘ dir die Zeit, du brauchst nicht weiterzulesen, dann ist der Text heute nicht für dich 🙂
Falls dein Job aber ganz okay ist, zwar schon einige deiner Wünsche und Bedürfnisse abdeckt, du meistens gerne hingehst, vielleicht sogar auch am Montag – und nicht erst am Freitag (also gerne), dann lies gerne weiter. Vielleicht ist da was für dich dabei!
In diesem Zusammenhang fiel mir die Bedürfnispyramide vom guten Abraham Maslow ein. Die einzelnen Bedürfnisse in ihrer Hierarchie liste ich hier noch einmal auf, weil ich sie für die Lebenszufriedenheit sehr wichtig finde.
- Physiologische Grundbedürfnisse (Basis)
- Sicherheitsbedürfnisse
- Soziale Bedürfnisse
- Wertschätzung (Ich-Bedürfnisse)
- Selbstverwirklichung
- Sinn
Lass‘ uns die einzelnen Bereiche mit dem Bezug zum Thema „warum arbeite ich“ einmal etwas genauer anschauen:
Physiologische Grundbedürfnisse (die Basis)
Bedürfnis: Ich muss leben können.
Hier sprechen wir von den Grundbedürfnissen, also können wir leben? Wohnen, Essen, Versicherungen, Alltag. Habe ich trotz / oder durch den Job genug Erholung und Freizeit?
Problem, wenn dieses Bedürfnis nicht erfüllt ist: Stress, Existenzangst, Über- oder Unterforderung.
Sicherheitsbedürfnis
Bedürfnis: Ich will mich sicher fühlen.
Hast du einen festen Vertrag, oder einen befristeten? Bist du angestellt, verbeamtet, selbstständig? Kommt regelmäßig ein (für dich und deine Ausgaben passendes / angemessenes) Einkommen rein, mit dem du fest planen und agieren kannst? Gibt es feste Strukturen, z.B. Arbeitszeiten, Büro, ein stabiles Umfeld, Routinen?
Problem, wenn dieses Bedürfnis nicht erfüllt ist: du lebst in ständiger Unsicherheit, kannst dich also nicht sicher fühlen, stehst unter Druck. Feste Verpflichtungen werden schließlich auch regelmäßig und ziemlich sicher abgebucht.
Soziale Bedürfnisse
Bedürfnis: Ich will dazugehören.
Gibt es ein gutes Team, in dem du dich wohlfühlst? Du musst nicht mit allen befreundet sein, aber bedenke, dass du die Kolleg:innen oft mehr Stunden am Tag siehst als deine Familie und Freunde, eine gute, freundschaftliche und harmonische Beziehung wäre also schön. Steht Ihr im Austausch, seid in guter Verbindung? Werden du und deine Arbeit gesehen? Oder bist du der Einzelkämpfer, gibt es Ellenbogen-Verhalten, ein ständiges Hauen und Stechen?
Problem, wenn dieses Bedürfnis nicht erfüllt ist: Du bist trotz deiner Arbeit einsam und alleine. Selbst die sinnvollste, bestbezahlteste Arbeit könnte sich unbeglückend anfühlen. Dazu später mehr.
Wertschätzung, Ich-Bedürfnis
Bedürfnis: Ich will mich wertvoll fühlen.
Werden du und deine Arbeit anerkannt, erhältst du (positives) Feedback? Gibt es eine menschlich-soziale Interaktion? Hast du das Gefühl, gebraucht zu werden? Oder ist es am Ende egal, ob du da bist oder nicht? Austauschbar sind wir fachlich alle, da brauchen wir uns nichts vormachen. Aber was ist, wenn du nicht da bist? Fragt man nach dir, wird gesehen, dass du fehlst? Oder läuft es besser, wenn du nicht da bist? Wirst du gebraucht mit deiner Art, mit deiner Expertise? Und: Hast du das Gefühl, etwas zu bewegen? Bist du selbstwirksam?
Problem, wenn dieses Bedürfnis nicht erfüllt ist: Du hast (verständliche) Zweifel, es baut sich Frust auf, du strengst dich an, aber wofür?
Selbstverwirklichung
Du siehst, wir steigern uns.
Bedürfnis: Ich will ich selbst sein dürfen.
Du kannst und willst deine Kreativität und deine eigenen Ideen ausleben, entwickelst dich persönlich weiter, erlebst Sinn, spürst dich, bist im Flow, verspürst Freude und Energie, Zeit ist kein Zustand mehr. Wochenende? Feierabend? No Chance 🙂
Problem, wenn dieses Bedürfnis nicht erfüllt ist: Du erlebst vermutlich eine innere Enge, funktionierst zwar, erfüllst auch deine Aufgaben (der berühmte Dienst nach Vorschrift), du lebst aber gefühlt nicht wirklich. Deine kreative Energie staut sich, bist vielleicht gelangweilt oder unruhig, immer öfter kommen Fragen wie:
- Da muss doch noch mehr sein?
- Das bin doch nicht (mehr) ich?
- Und das soll jetzt alles sein bis zur Rente?
- Wie soll ich das überstehen?
In diesem Zustand schleichen sich immer öfter Frust und die Suche nach dem Sinn ein. Es ist zwar „eigentlich alles okay, aber irgendwas fehlt“. Über kurz oder lang führt dich dieser Zustand zu einer schleichenden Unzufriedenheit, zur „inneren Kündigung“ und einem massiven Energieverlust, von dem du dich abends erholen und ggf. belohnen musst. „Obwohl“ du einen „guten“ Job hast.
Sinn
Bedürfnis: Ich will etwas beitragen, das größer ist als ich.
Du willst und kannst anderen helfen. Das, was du tust, hat einen Impact, du lebst viele deiner Werte (auch hierzu wann anders einmal mehr, super spannendes Thema!). Du bewegst etwas, das dich wirklich erfüllt! Bingo! Der Volltreffer, DEIN Lottogewinn!
Problem, wenn dieses Bedürfnis nicht erfüllt ist: Du fühlst dich leer, obwohl du vielleicht sogar erfolgreich bist. Die Frage: „Wofür mache ich das eigentlich?“ dürfte dein ständiger Begleiter sein. Deine Erfolge fühlen sich schon gut an, allerdings immer kürzer und werden dann schließlich bedeutungslos. Es könnte eine tiefe, schwer greifende Unzufriedenheit entstehen.
Was jetzt parallel beginnt? Du suchst vermutlich außerhalb des Jobs nach Sinn – oder noch schlimmer: Du verlierst ihn ganz.
Du funktionierst gut, aber es berührt dich nicht (mehr). Du stumpfst ab. Über kurz oder lang könnte eine schwerwiegende Sinnkrise auf dich zukommen, du entwickelst eine emotionale Distanz zu deiner Arbeit, die Gefahr des Burnouts droht (hiervon spricht man übrigens auch, wenn die Bedeutung fehlt – nicht nur, wenn es zu viel Arbeit ist). Die Grenze zum Boreout ist fließend, die Symptome ähnlich.
Und nun? Was tun mit diesen Ebenen?
Lass es mich am Beispiel der o.a. Finanzbeamtin / aka Hobby-Fotografin erläutern. Wir alle wollen vermutlich auf den Ebene Selbstverwirklichung bzw. Sinn arbeiten und leben, oder? Dem spricht nichts entgegen, außer, dass oft die Basis-Ebenen
- Physiologische Bedürfnisse (Basis)
- Sicherheitsbedürfnisse
- Soziale Bedürfnisse
- Wertschätzung (Ich-Bedürfnisse)
nicht stabil sind. Problematisch, weil dich das zu innerer Zerrissenheit führen könnte, zu „eigentlich liebe ich es, aber es stresst mich auch“ oder zu „es fühlt sich nicht (mehr) leicht an“.
Wie schlagen wir nun den Bogen zum guten alten Hobby?
Was, wenn der Beruf nicht all diese Punkte komplett erfüllen müsste?
Lass‘ es mich anhand eines einfachen Beispiels zum Thema Partnerschaft beschreiben. Du hast einen Partner, ihr versteht euch gut, liebt euch, lacht über die gleichen Dinge, habt ähnliche Ziele, die ihr miteinander erreichen wollt. Ihr seid Seelenverwandte, ergänzt euch, teilt gemeinsame Interessen und so viel mehr. Klingt gut, oder? Wünschenswert für alle!
Aaaaber: Leider hat er/sie einen ganz anderen Musikgeschmack, liest andere Bücher, geht gerne zu Sportveranstaltungen (die du persönlich hasst). Was nun? Die Beziehung beenden, obwohl sonst alles passt? Kommst du dir schon beim Gedanken daran oberflächlich vor, weil du dich doch nicht „nur deswegen“ trennen kannst? Zu Recht! Was wäre, wenn du neben deinem Partner (nein, das wird nicht der Freibrief für die Polygamie) einfach mehrere Menschen (z.B. Freund:innen) hast, die verschiedene Interessen mit dir teilen? Also die eine Freundin, die den gleichen Kinofilmgeschmack hat wie du, der Buchclub, in dem du all deine Bücher besprechen kannst, die Sportpartnerin, mit der du abends laufen gehst. Fühlt sich das für dich nicht auch gleich viel entspannter und auch bunter an? Mich erleichtert das sehr, auch, dass ich für meinen Partner nicht all das erfüllen muss, was er gerne mag. Natürlich sollte es – aber davon gehen wir ja aus – schon auch noch genug Überschneidungen geben, die ihr miteinander teilt.
Aber ich glaube, du verstehst, worauf ich hinaus will, oder? Nicht der eine Partner muss für alles „herhalten“, sondern du teilst deine Interessen auf. Dadurch habt ihr euch übrigens auch immer etwas zu erzählen, weil jeder weiterhin ein eigenes Leben führt.
Und das nun angepasst auf deinen Job und ein mögliches Hobby, das hier Abhilfe schaffen könnte: Was also, wenn ein wundervolles Hobby genau das ergänzt und ausfüllt, was dein Job nicht (mehr) schafft? Wenn du diesen Teil auslagerst und ihn somit dennoch in deinem Leben hast? Ich glaube nämlich daran, dass es unter dem Strich (also am Ende des Lebens) darum geht, dass alle o.a. Bedürfnisse erfüllt sein sollten, um ein zufriedenes, vielleicht sogar glückliches Leben zu leben. Und da ist es vermutlich gar nicht wichtig, aus welchem Lebensbereich dieses Bedürfnis nun erfüllt wurde, oder? Ob aus dem Job, dem Hobby, dem Ehrenamt, dem Interesse oder wo auch immer.
Und wie findet man nun heraus, ob man vielleicht einfach ein Hobby braucht und nicht gleich den Job kündigen muss?
Ich habe für mich eine gut funktionierende Methode, vielleicht spricht sie dich ja auch an, dann feel free, sie auszuprobieren.
Erstelle eine Pro- und Contra – Liste.
Ja, die gute alte Liste! Schreibe hierzu alles auf, auf beiden Seiten: was ist gut, was ist nicht gut. Du siehst ganz schnell, welche Seite überwiegt. Vielleicht ist es auch ausgewogen von der Anzahl, aber einzelne Punkte sind dir wichtiger? Kennzeichne sie. Übrigens bevorzuge ich ein DIN A 4 – Blatt und teile es mittig, so dass man tatsächlich sieht, wie ausgewogen (oder auch nicht) sich die Punkte gegenüberstehen. Die Liste muss nie jemand außer dir sehen, keine Angst. Aber das einmal schriftlich niederzuschreiben ist Gold wert, glaub mir! Selbst erprobt, mehrmals 😉
Hier ein paar Denkimpulse zu den verschiedenen Bereichen. Keine Angst, du musst nicht jeden abarbeiten und stoisch abhaken, aber wir vergessen oft das Gute, wenn man unzufrieden ist, sieh es deshalb einfach als Gedankenstütze, auf was es dir ankommen könnte im Job:
- Arbeitsumfeld & Kultur (Angenehmes, respektvolles Betriebsklima, Unterstützendes und kollegiales Team, Offene Kommunikation und flache Hierarchien, Wertschätzung der Mitarbeitenden)
- Arbeitszeit & Flexibilität (Flexible Arbeitszeiten (Gleitzeit), Möglichkeit zu Homeoffice / Remote Work, Gute Work-Life-Balance, Teilzeit- oder individuelle Arbeitszeitmodelle)
- Vergütung & Zusatzleistungen (Faire und wettbewerbsfähige Bezahlung, Bonuszahlungen oder Prämien, Betriebliche Altersvorsorge, Zusatzleistungen (z. B. Fahrtkostenzuschuss, Essenszuschuss))
- Entwicklung & Karriere (Weiterbildungsmöglichkeiten (Kurse, Schulungen), Aufstiegschancen im Unternehmen, Unterstützung bei persönlicher Entwicklung, Regelmäßiges Feedback und Mitarbeitergespräche)
- Arbeitsplatz & Ausstattung (Moderne technische Ausstattung, Ergonomischer Arbeitsplatz, Gute Lage oder gute Verkehrsanbindung, Angenehme Arbeitsumgebung (Licht, Ruhe, etc.))
- Sicherheit & Stabilität (Sicherer Arbeitsplatz, Unbefristeter Vertrag, Stabiles und zukunftsorientiertes Unternehmen)
- Zusatzangebote & Benefits (Gesundheitsangebote (Fitness, Vorsorge), Mitarbeiterrabatte, Team-Events oder Firmenfeiern, Kinderbetreuung oder familienfreundliche Angebote)
- Arbeitsbelastung & Stress (Wie ist die Arbeitsmenge? Überstunden? Druck (Deadlines, Ziele), ständige Erreichbarkeit?)
- Und viele weitere Punkte, ergänze gerne individuell!
Und nun zu deiner ganz persönlichen Liste
Pro bzw. was gefällt mir in/an meinem Job?
Welche Vorteile hat er, was bringt er, wie fühle ich mich am Sonntag Abend mit dem Gedanken an den Montag, wie geht es mir früh, wenn ich hingehe, währenddessen, abends, wenn ich heimgehe, was berichte ich Freunden/Familie davon? Wie würden sie mich bzgl. meines Jobs beschreiben?
Contra bzw. was fehlt mir hier?
Was kommt zu kurz, wie ist es mit Stress oder Überforderung? Wie steht es um Erschöpfung oder Müdigkeit, Unsicherheit oder Zweifel, Frustration oder Ärger, dem Gefühl, nicht wertgeschätzt zu werden? Gibt es Druck oder Angst vor Fehlern, Unzufriedenheit oder fehlende Motivation? Welche Gefühle verbindest du mit deiner Arbeit – und zwar nur beim Drandenken, davor, währenddessen, danach, im Urlaub?
Du siehst, das sind jetzt viele Fragen, viele Ideen, letztlich kannst du sicher sogar noch ganz viel aufzählen, was ich hier nicht aufgelistet habe. Die Liste ist ein Prozess, arbeite mit ihr. Kein Anspruch auf Fertigstellung innerhalb eines Nachmittages. Sie wird wachsen, auf beiden Seiten. Ich liebe meine persönliche Liste, manchmal fallen mir unter der Dusche noch Punkte ein (meist für die Pro-Seite). Das bestärkt sehr!
Wichtig nun, wenn du deine Liste erstellt hast: Was machst du mit diesen Erkenntnissen?
Die Wichtigste für mich:
Ich lebe ein erfülltes Leben – und der Job ist ein Teil davon.
Genau hier kommen nun Hobbys ins Spiel. Und zwar nicht als „Zeitvertreib“, sondern als bewusste Bedürfnis-Erfüller.
Der entscheidende Gedanke
Dein Job (und auch nicht der Partner) muss nicht alle Ebenen der Bedürfnispyramide gleichzeitig bedienen.
Was fehlt, kannst du dir aktiv außerhalb aufbauen.
Und plötzlich fühlt sich dein Job viel leichter an – ohne dass du sofort alles verändern musst, oder?
Hobbys für unterschiedliche Bedürfnisse
Fehlende Selbstverwirklichung im Job:
- Kreativität ausleben (z. B. Schreiben, Fotografie, Tanzen)
- Eigene Ideen umsetzen (ohne Vorgaben)
- Neues lernen & wachsen
- Dich ausprobieren
Wirkung:
- Du fühlst dich wieder lebendig und verbunden mit dir selbst
- Dein Job verliert den Druck, „alles erfüllen zu müssen“
Beispiel:
Du arbeitest strukturiert im Büro –
aber dein Hobby ist wild, kreativ, frei.
Fehlender Sinn / Bedeutung im Job:
- Ehrenamt / anderen helfen
- Kreativität ausleben (z. B. Schreiben, Fotografie, Tanzen)
- Content erstellen (inspirieren, teilen)
- etwas Eigenes aufbauen (z. B. kleines Herzensprojekt)
- Wissen weitergeben
Wirkung:
- Du spürst wieder: Ich bewirke etwas
- Dein Leben bekommt Tiefe – unabhängig vom Job
Beispiel:
Dein Job ist „nur“ ein Job –
aber dein Hobby berührt Menschen.
Fazit
Wenn du beginnst, deine Bedürfnisse vom Job auszulagern, besteht die Möglichkeit, dass er dir sogar wieder besser gefällt, weil du:
- weniger Druck ausübst
- weniger Enttäuschung erhältst
- mehr innere Freiheit gewinnst
Du nimmst dem Job die Erwartung, dass er dich erfüllen MUSS.
Du akzeptierst, dass er ein Teil deines Lebens ist. Deines bunten Lebens, mit vielen Facetten. Aber nicht alles.
Vielleicht macht es anfangs also Sinn, kleine Schritte zu gehen, sich auszuprobieren. Neues testen. Und vieles tust du sicher schon im Privaten, vielleicht betrachtest du es jetzt einfach mit neuen Augen. Frage unbedingt Menschen in deinem Umfeld, die dich gut kennen. Sicher bestätigen sie dir einige deiner Talente/Hobbys/Fähigkeiten, die du schon lebst, wo du vor Energie sprühst, begeistert wie die Fotografin von oben berichtest, stimmt’s?
Und wenn nun bei deiner Pro- und Conta-Liste herauskommt, dass du so viel mehr Contras hast? Dann hast du es schwarz auf weiß. Siehst, was dir wichtig ist und was auf Dauer nicht erfüllt wird. Kannst handeln, dir in Ruhe etwas suchen, was vielleicht über das Hobby hinausgeht, weil du sonst nicht mit deinen Werten übereinstimmst. Weil du dich auf Dauer, vielleicht sogar jeden Tag, verbiegen musst. Das macht auf Dauer krank und entspricht auch nicht wirklich dem glücklichen Leben, um das es doch eigenltich geht, oder?
Du musst also nicht sofort alles hinschmeißen, du darfst dir dein erfülltes Leben schrittweise bauen. Und vielleicht doch eines Tages kündigen, das kann natürlich auch herauskommen.
Aber nun eine Ode an das Hobby, das zweck- und absichtslos genossen werden darf, weil es Spaß macht, dich erfüllt, dich Raum und Zeit vergessen lässt – unabhängig davon, welche Bedürfnisse es quasi nebenbei noch mit sich bringt. Ich bin so vor vielen Jahren übrigens zu meiner Aufräumerei gekommen – ich wollte etwas ausleben, was ich damals in meinem Beruf nicht ausleben konnte! Und das ist vollends gelungen! Und heute? Schreibe ich in wunderschönen Cafés in Nürnberg, weil ich hier meine Gedanken kreativ ausleben kann und mit Worten inspirieren möchte. Und was ist deine Superkraft – ganz nebenbei?
Auf das Hobby!
Deine Petra
*Bei dem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link. Wenn du über diesen Link etwas kaufst, erhalte ich eine kleine Provision von Amazon. Für dich ändert sich der Preis dadurch natürlich nicht.






Kommentar verfassen