Kaffeebecher Altstadtcafé Groß-Umstadt

Noch alle Tassen im Schrank?

Am letzten Wochenende waren wir in einem ganz wunderschönen Hotel, um mein Geburtstagsgeschenk einzulösen. Seit Jahren schenken wir uns zu den Geburtstagen statt Dingen immer tolle Überraschungswochenenden.

Am Samstag sind wir nach dem Frühstück zu einem Spaziergang in die Stadt aufgebrochen, haben den Schnee genossen, die kleine Altstadt besichtigt, spontan noch einen Fotoausstellung gefunden und sind dann schließlich in einem ganz bezaubernden kleinen Café eingekehrt. Dieser Ort hatte wirklich Charme, wenn es in der Nähe wäre, wäre es sofort auf meine Liste für „Buch im Café“ gekommen.

Warum ich heute darüber schreibe? Wie du sicher weißt, habe ich mir seit dem 01.01.2026 eine NoBuyChallenge vorgenommen. Nichts kaufen, was ich nicht wirklich brauche (Lebensmittel, ausgegangene Kosmetikprodukte, Wasch- und Putzmittel sind erlaubt). Weil: den Rest brauche ich nicht wirklich. Es ist ja schon alles da, sogar mehr als das. Dazu habe ich auch hier schon ausführlich geschrieben: Alle Kleider sind schon da.

Ok, zurück zu: Es ist schon alles da. Ich bin wahrlich keine Shopping-Queen, dennoch gibt es schon ein paar Schwachstellen, bei denen ich nicht die Hand für mich ins Feuer legen würde. Dazu gehören z.B. Bücher (kann man da jemals genug davon haben?), kleine Schüsselchen (ja, jetzt wo ich so drüber schreibe, weiß ich selbst, dass es nicht logisch klingt, sogar fast lächerlich, aber ich mag sie einfach) und Tassen. Ich habe eine sehr große Tassenliebe, mein Geschirrschrank ist voll davon, wirklich voll! Wo ich es ja sonst eher übersichtlich und minimalistisch mag, ist im Tassenschrank nichts zu sehen. Lauter Lieblingstassen (naja, vielleicht nicht ganz, that’s the problem).

Jedenfalls muss ich mich wirklich sehr zusammenreißen, keine neue Tasse zu kaufen. Die sind aber auch zu hübsch, oder? Keramikbecher mit Pünktchen oder goldenen Streifen; ausladende, bauchige Tassen… Gerne auch einzeln, ich brauche hier keine zwei zusammenpassenden. Gerne ein Einzelstück, das ich sehr gerne nutze. Wie bei so vielen Teilen haben wir ja immer unsere Sahnestücke, also Lieblingsteile, die wir öfter als andere in der Hand haben. Bei Tassen ist es dann so, dass manche, die weiter hinten im Schrank stehen, quasi nie zum Einsatz kommen, da vorher die Spülmaschine gelaufen ist und die schönsten Stücke wieder vorne griffbereit stehen. Ersetze hier gerne auch Kleidungsstücke, wie z.B. Lieblingspullover oder Hose. Bei meinem Sohn kann ich das sehr gut beobachten, da er sich dann sogar freiwillig die gewaschenen und getrockneten Stücke vom Kleidungsständer pflückt, bevor ich sie zusammenlegen und in sein Zimmer bringen kann.

Von der Rotation der Lieblingsteile

Es ist eigentlich eine Rotation bestimmter Teile, die ständig im Kreislauf sind, während die anderen, nicht zu den Lieblingsstücken auserkorenen in den Schränken dümpeln. Oder geht es nur in unserem Haushalt so zu? Bitte sag mir, dass es bei dir ähnlich ist? Tja, und das heißt ja in der Schlussfolgerung eigentlich, dass es diesen ganzen anderen dümpelnden, nicht genutzten Haufen vermutlich gar nicht bräuchte, oder? Ok das führt zu weit!

Aber worauf ich hinaus will: Ich sagte ja, dass ich ein großes Tassenfaible habe. In Keramikläden bin ich im 7. Himmel! Oder eher im 5. oder 6., da ich ja keine kaufen will! Ein halbes Paradies also! Jedenfalls waren wir in diesem wirklich sehr bezaubernden Café und was gab es da neben einer tollen Einrichtung, angenehmer Musik, salbeifarbenen Wänden mit viel Holz und schwarzen Metallregalen? Du ahnst es sicher! Genau! Massenweise wunderschöne Tassen, und sie hatten sogar so viele, dass sie diese verkauft haben. Wunderbar filigrane Keramikbecher mit zarten Kätzchen und dem hauseigenen Spruch:

It’s all about moments

Jetzt fällt mir doch glatt noch etwas ein, bei dem ich schwach werde: Postkarten/Bilder mit erhellenden Zitaten, die zum Nachdenken oder gleich Leben-Verändern anregen! Ok, und nun zu der Tasse: Wir haben also die Kombination: Wunderschöne Tasse plus lebenserhellendes Zitat!

Vielleicht denkst du jetzt: Das verstehe ich doch sehr gut, da ist die Petra sicher schwach geworden! Stimmt’s?

Aber weit gefehlt! Ich habe in diesem Fall sehr lange und gut mit meinem Freund darüber gesprochen, weshalb Tassen bei mir einen Kaufimpuls (zum Glück keinen -reflex!) auslösen. Das war so spannend, dass ich es mit dir teilen wollte! Vielleicht geht es dir ja ganz ähnlich bei anderen Dingen. Ein Hinterfragen ist hier wirklich eine interessante Erkenntnis, bei mir hat sie schon das WARUM bestätigt, weshalb ich diese NoBuyChallenge machen möchte.

Etwas zu kaufen, so habe ich festgestellt, befriedigt (neben dem reinen Brauchen eines Gegenstandes) ein Bedürfnis. Aber welches? Im Vergleich dazu hat unser Gespräch nämlich ergeben, dass mein Freund, der auch sehr gerne leckere Heißgetränke trinkt, gerne natürlich auch aus schönen Kaffeetassen, keinen Impuls verspürt, eine neue und wunderschöne Tasse zu kaufen. Weshalb aber ich? Dazu habe ich mich gefragt, was ich denn mit Tassen verbinde. Das war sehr spannend, kann ich dir nur empfehlen.

Mit Tassen verbinde ich:

  • eine Auszeit für mich
  • oft in einem gemütlichen Café
  • oft mit dem Schreiben am Buch oder am Blog verbunden
  • ein Stück Kuchen, der oft in Verbindung mit dem Heißgetränk im Café genossen wird
  • ein Stück warme Gemütlichkeit in meinen Händen

Das alles assoziiere ich mit Tassen! Könnte sein, dass das für dich viel zu weit hergeholt ist, das mag sein. Wichtig für mich jedoch zu erkennen, weshalb ich quasi nicht genug Tassen im Schrank haben kann 😉 Weil ich damit eine Auszeit für mich, verbunden mit Gemütlichkeit und Kreativität, verbinde.

Das zu erkennen ist für mich super spannend gewesen, weil ich dadurch mein Bedürfnis nach Zeit für mich erkannt habe, das ich scheinbar oft mittels einer schönen Tasse (ich finde ja übrigens auch, dass Alltagsgegenstände sehr gerne sehr schön sein dürfen!) befriedige. Und da ich das jetzt erkannt habe, ist witzigerweise gar keine (neue) Tasse mehr nötig. Unbewusste Gedanken zu erkennen nimmt ihnen oft die Macht, die sie bisher über uns hatten.

Ich bin nun sehr gespannt, ob du auch etwas hast, wo du gerne schwach wirst? Schreib‘ es mir gerne mal in die Kommentare, gerne können wir zusammen herausfinden, wofür der bestimmte Gegenstand bei dir steht!

Herzliche Grüße

Petra


Entdecke mehr von Petra Bäumler

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.


Kommentare

8 responses to “Noch alle Tassen im Schrank?”

  1. Hallo liebe Petra,
    danke für deinen schönen Beitrag. So eine Aufbrauchchallange versuche ich in Bezug auf Vorräte: Wasch-, Putz- und Spülmittel. Ebenso Unmengen von Putzlappen/ gern auch alte T- Shirts ect. pp, aber auch Essensvorräte. Es geht nur mässig vorran. Es liegt sicher auch daran, das man sich wirklich bewusst machen muss, WARUM, mache ich das. So wie du es mir deinem Freund thematisiert hast.
    Ich musste nie Hunger leiden, hatte aber durchaus in der Vergangenheit Probleme über die Runden zu kommen. Da waren Zeiten, wo die letzten Tage im Monat, mit einer Tütensuppe und Nudeln (damals 0,39€) überbrückt werden mussten. Gut das diese Zeit vorbei ist und trotzdem kaufe ich weiterhin mehr als ich brauche, z.T. weil 5 weniger kosten als 1 und es hält sich ja.
    Bücher ist für mich auch eine Vollkatastrophe, ich habe da ein breites Interessensgebiet und entsprechende Auswahl, kaufe gern Gebraucht und bekomme mittlerweile auch Bücher leihweise von Dritten. Ich war 2 Jahre nicht mehr in unserer Bücherei, weil ich genug eigene hab. Bei mir stappeln sich Bücher. Gut, ich hab auch wenig andere Hobbys. Aber warum ist das so? Und wie bekommt man sowas in den Griff. Mich von gelesenen Büchern zu trennen, schaffe ich mittlerweile.

    1. Hallo liebe Kasia,

      danke dir für deine ehrlichen Worte. Und ich finde, du hast dein Warum schon selbst sehr gut hinterfragt. Weil es eine Not gab in der Vergangenheit, die sich natürlich nicht gut angefühlt hat. Die dein ganzes System auf gar keinen Fall noch einmal so empfinden möchte. Deshalb verhältst du dich (unbewusst) so, dass diese Not für die Zukunft nicht wieder so eintritt – indem du diese Dinge, die du in einer vergangenen Zeit nicht genug hattest, kaufst. Total verständlich. Diese Not gilt es anzuerkennen, zu akzeptieren, dass sie zu deinem Leben gehörte. Und dann bestimmte Strategien zu entwickeln, die dieses Verhalten nicht mehr nötig machen. Leider würde das jetzt hier den Rahmen sprengen, aber letztlich geht es darum, dir beim Einkaufen bewusst zu machen, was du brauchst (z.B. mit Einkaufszettel) und ausschließlich DAS zu kaufen. Und nur das. Wie ein Versprechen an dich selbst, alles andere gedanklich links liegen zu lassen. Das gilt es zu üben und dann zu feiern, wenn es immer besser gelingt. Erst einmal NoBuy finde ich immer einen guten Reset, z.B. all das aufzubrauchen, was du vorrätig hast, macht ein einkaufen erst einmal überflüssig. Gute Gerichte aus dem zu zaubern, was da ist. Und dann gezielt nachzukaufen. Das klingt jetzt etwas platt und du weißt das selbst schon alles, aber dein System hat dich ja damals durch diese Strategie geschützt, so dass du „überleben“ konntest. Das ist ein wichtiger Punkt, den du annehmen solltest! Dass du jetzt noch in diesem Muster bist, ist also nicht ungewöhnlich, sondern eigentlich ganz verständlich und anerkennenswert. Es ist dir jetzt eben nicht mehr dienlich und nicht mehr nötig, das kann entweder durch die radikale Methode passieren (gar nichts kaufen) oder sukzessive, also Schritt für Schritt – immer wieder. Und du erkennst es immerhin, das ist ein riesiger Schritt vom unbewussten Verhalten mit der Möglichkeit, es zu verändern.
      Ganz viele Grüße aus Nürnberg und viel Erfolg weiterhin!
      Petra

  2. Na sowas, das Tassenthema hatte ich auch letztes im Blog. Ich kann mich beim Tassenkauf ja ganz gut zusammenreißen, wobei man das Zusammenreißen ja auch schon wieder hinterfragen könnte. Ich kaufe trotzdem mit viel Freude ab und an eine besondere Tasse als Geschenk, denn sie steht bei anderen oft auf der Wunschliste.
    Liebe Grüße
    Heike

    1. Liebe Heike,

      danke dir für deine Worte. Ja lustig, Tassen scheinen also mehr Menschen zu beschäftigen, das finde ich interessant und macht mich damit nicht ganz so seltsam 😉 Und Tassen als Geschenke zu kaufen ist natürlich auch eine gute Idee, seine Tassenliebe weiterhin auszuleben – und gleichzeitig anderen etwas Gutes zu tun! Perfekt! Für mich momentan leider auch keine Option, da ich auch keine Geschenke (also Dinge) für andere kaufe, dazu bald mehr…

      Ich wünsche dir eine gute Zeit und lass dir deine Heißgetränke weiterhin gut in deinen sicherlich auch wunderschönen Tassen schmecken!
      Alles Liebe
      Petra

  3. Oh liebe Petra, wie spannend! Ich mache gerade eine Low Buy Challenge“ und freue mich natürlich sehr über deinen Beitrag mit der „No Buy Challenge“.
    Meine große Schwäche sind nett verpackte Dinge (man könnte auch sagen, dass ich ein totales Verpackungsopfer bin) und Lichterketten. Verpack es schön oder beleuchte es toll und ich kaufe es garantiert. 😂
    Ich drück dir ganz fest die Daumen bei deiner No Buy Challenge und werde deinen Blog ab sofort weiter verfolgen.
    GLG
    Miriam

    1. Hallo liebe Miriam,

      danke für deinen Kommentar! Voll süß, wie du über dich als „Verpackungsopfer“ beschreibst. Ich glaube auch, dass schön verpackte Gegenstände auf viele Menschen einen gewissen Reiz ausüben. Zumindest weißt du ja nun um deine „Schwäche“ 😉

      Lichterketten „fühle“ ich auch sehr, machen sie unsere Räume doch einfach soooo gemütlich!!

      Ich wünsche dir viel Spaß bei deiner LowBuy, auch sehr spannend! Auf so eine Lebensweise komme ich dann nach dem völligen Verzicht auch wieder. Und so schlimm war es eh nie, dass ich ein völliges Konsumopfer war, aber gefühlt eben doch ZU VIEL. Da brauche ich dann oft das Gegenteil, um mich wieder in der Balance zu finden. Kennst du das auch?

      Viele liebe Grüße
      Petra

  4. Schönes Thema, liebe Petra!

    Ich bekenne, ich habe nicht mehr alle Tassen im Schrank. Mir sind in der letzten Woche nämlich – ohne Witz – gleich zwei kaputtgegangen. Zum Glück enthielt ein leicht verspätetes Weihnachtsgeschenk eine Tasse. Eine weitere könnte ich trotzdem gut gebrauchen, falls Du doch einmal eine loswerden magst. 😉

    Wo ich gerne schwach werde? Bei LPs! Da mein Plattenregal inzwischen voll ist, heißt das: Kommt eine neue dazu, muss eine alte gehen. Das führt dazu, dass ich mir jede Neuanschaffung sehr gut überlege.

    1. Lieber Christof,

      vielen lieben Dank! Auch für deine Ehrlichkeit! Ja, deine LP-Sammlung kann man ja ab und zu auf deinem Blog oder bei Insta bewundern. „One in – one out“ ist eine tolle Möglichkeit, um alles im Rahmen zu halten und Neuanschaffungen wohldosiert zu handeln.

      Falls wieder eine Tasse gehen darf, sag ich dir Bescheid 🙂

      Viele Grüße
      Petra

Kommentar verfassen

Petra Bäumler - Bloggerei

info.bloggerei@gmail.com

Datenschutzerklärung
Impressum

Entdecke mehr von Petra Bäumler

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen