Heute habe ich einen Satz gehört, der mich an ein bekanntes Zitat erinnert hat. Der Satz hat mich umgehauen. Kennst du das, dass es manchmal so Schlüsselsätze gibt, unbedacht, in einem Nebensatz erwähnt, die dich zum Nachdenken, zum Stutzen bringen?
Stufen auf der Leiter zu erklimmen nützt nichts, wenn die Leiter an der falschen Wand steht
Stephen R. Covey
Was also, wenn alles tun, alles hustlen nichts bringen, weil die „Leiter an der falschen Wand“ steht. Ich könnte natürlich die Stufen viel schneller hochklettern, könnte auch gerne um 5 Uhr in der Früh noch disziplinierter klettern, ich könnte mir visualisieren, wie ich oben ankomme, könnte 5 weitere Bücher darüber lesen, zahlreiche Podcasts zum Thema hören. Auf meinem Visionboard klebt die Leiter und das Ziel mit mir am „Gipfel“ ohnehin schon. Irgendwie scheint aber alles nichts zu bringen. Vermutlich will ich es einfach nicht genug, arbeite noch nicht hart genug an mir, das heißt ich muss mich einfach noch mehr anstrengen, dranbleiben. Bei Instagram gelingt das doch auch allen, vielleicht bin ich einfach nicht gut genug oder es nicht wert, dass ich da oben ankomme.
Gerne kannst du hier „oben ankommen“ mit Attributen deiner Wahl füllen. Sei es das erfolgreiche Business, die Million, die Traumfigur, der Traumpartner… Einfach alles kann man hiermit in Verbindung bringen. Und bewusst habe ich es ins Lächerliche gezogen – für mich. Weil ich oft durch die Umkehr oder das Abdriften ins Gegenteil erkenne, wie etwas funktioniert – oder eben nicht! Aber die Quintessenz lautet für mich: Ich brauche mich also nicht noch mehr anzustrengen, nicht noch früher aufstehen, nicht noch mehr Punkte auf die ohnehin schon volle To Do – Liste setzen. Nicht noch mehr Fachliteratur dazu lesen und und und.
Wenn die „Leiter“ einfach an der falschen Wand steht bzw. es sich um die falsche Leiter handeln könnte. Mit falscher Leiter kam mir heute die Idee, dass vielleicht meine Strategie (aka Leiter) einfach (bei mir) nicht funktioniert. Nur weil sie bei anderen funktioniert, muss das für mich noch lange nicht gelten. Nur weil ich etwas schon lange tue, versuche, möchte, heißt das eben nicht, dass es mit genug Anstrengung/Disziplin schon klappt – einfach klappen muss.
Im Grunde meines Herzens glaube ich nämlich, dass Dinge, die stimmen oder passieren sollen, leicht gehen. Und vielleicht ist das ja ein Zeichen, wenn sie nicht leicht gehen. Wenn sich Türen nicht leicht öffnen, kann das auch mehrere Gründe haben:
- es könnte ein Zeichen sein, dass du es mit einer anderen Türe versuchen solltest
- sie klemmt/ist verschlossen
- du könntest es mit dem Schlüssel versuchen
- sie soll sich für dich nicht öffnen, weil es nicht deine Tür ist
Was nehme ich für mich aus dieser Leiter-Metapher mit? Meine Strategie der letzten Jahre in bestimmten Situationen fühlte sich oft schwer und mühsam an, ich hatte oft das Gefühl, mich einfach noch viel mehr anstrengen zu müssen. Was, wenn die Strategie nicht stimmte, nicht ich? Wenn es vielleicht eine andere Strategie für mich gäbe, die leichter und besser funktionieren würde? Mit der Dinge mühsamer von der Hand gehen würden? Die mir sofort ein besseres Gefühl gibt.
Vielleicht zeigt ein „es muss aber doch auch anstrengend sein, damit ich das Gefühl des Verdienens, des Stolzes, des Lohns auch genießen kann“ in Wahrheit einen tief sitzenden Glaubenssatz auf, dass ich denke, dass es nur mit Anstrengung gelingen kann. Dass ich nur, wenn ich viel leiste, auch viel erhalte. Aber fühlt sich ein gewonnener Kampf wirklich gut an? Oder ist es manchmal eher ein leichtfüßiger Tanz, der uns ein besseres Gefühl gibt?
Versteh‘ mich nicht falsch: Das soll nicht heißen, dass sich dranbleiben und die nötigen Schritte gehen nicht lohnen, dass das immer falsch ist. Das meine ich nicht! Aber genau das finde ich gerade raus: Wo ist der Unterschied zwischen falscher Leiter/falscher Wand und weit voneinander stehende Sprossen der richtigen Leiter an der richtigen Wand. Die es sich lohnt zu gehen, deren Erklimmung dir Anstrengung abverlangt, aber dann ein gutes Gefühl gibt. Nicht nur um der Anstrengung willen, sondern um des richtigen Weges wegen.
Ich überdenke jetzt noch einmal die „Wand“ (also die Ziele, die Träume und Visionen), an die ich dann meine passende Leiter stellen werde. Ich halte dich gerne auf dem Laufenden.
Hast du schon einmal das Gefühl gehabt, zu viel zu tun, das dich einfach nicht weiterbringt?
Herzliche Grüße
Deine Petra






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